Linie steht wegen EOL: Retrofit statt pauschaler Neuanschaffung
Wenn die Linie steht und der OEM eine neue Maschine empfiehlt, entsteht Druck. Viele Teams kaufen dann zu früh — obwohl die technische Ursache ein einzelner EOL-Knoten, ein Protokollbruch oder eine Firmware-Lücke ist.
Der falsche Default
Symptom → Vollersatz.
Das spart interne Diskussion, kostet aber oft CAPEX und Monate Integration — ohne zu prüfen, ob die bestehende Mechanik und Peripherie noch Jahre halten.
Besserer Ablauf (4 Schritte)
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Symptom und Scope
Welche Achse/Station? Seit wann? Welche Fehlermeldung? Welche OEM-Aussage? -
Technische Ursache rekonstruieren
Bus/Protokoll, EOL-Komponente, Steuerung, Schnittstelle — mit Messungen und RE wo nötig. -
Optionen dokumentieren
Surplus / Repair / gezielter Retrofit / Vollersatz — jeweils mit Aufwand, Risiko, Lieferfähigkeit. -
Entscheidung mit Horizont
6 Monate vs. 5 Jahre Betriebszeit ändern die richtige Wahl.
Wann Retrofit typisch gewinnt
- Mechanik und Prozess sind noch wirtschaftlich
- Engpass ist ein nicht lieferbarer Umrichter, Servo, I/O oder Firmware-Stand
- Parallel steigen Anforderungen (Updates, Security, CRA) — die ohnehin angegangen werden müssen
Was Sie von einer Ersteinschätzung erwarten sollten
Keine Verkaufspräsentation, sondern: klare Ursache (soweit möglich), 2–3 Optionen mit grobem Aufwand und die Empfehlung, was jetzt den Stillstand beendet und was die nächsten Ausfälle verhindert.
Retrofit-Dienstleister
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Fazit
Stillstand ist ein Signal zum Entscheiden, nicht automatisch zum Neukaufen. Die belastbare Retrofit-Entscheidung beginnt mit der technischen Ursache — nicht mit dem OEM-Katalog.