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Maschinenverordnung 2023/1230:
Was sich für OEM fundamental ändert

Kein Update der alten Richtlinie — ein Systemwechsel. KI in Sicherheitsfunktionen, OTA-Updates mit CE-Konsequenzen, neue Dokumentationspflichten ab 20. Januar 2027.

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Maschinenrichtlinie vs. Maschinenverordnung

Quelle: MVO (EU) 2023/1230 vs. Maschinenrichtlinie 2006/42/EC

Maschinenrichtlinie 2006/42/EC (ALT)Maschinenverordnung 2023/1230 (NEU)
Software kein eigenständiger RegelungsgegenstandSoftware als Teil der Maschine explizit erfasst
KI/ML: keine spezifischen AnforderungenKI in Sicherheitsfunktionen = Hochrisiko-Komponente
Software-Updates nach CE-Kennzeichnung ungeregeltWesentliche Änderung durch Update → neues CE-Verfahren
Sicherheitsfunktionen: klassische Elektrik/MechanikEinschließlich selbstlernender und adaptiver Systeme
Richtlinie → nationale Umsetzung nötigVerordnung → direkt anwendbar in allen EU-Mitgliedstaaten

Wann löst ein Software-Update ein neues CE-Verfahren aus?

Quelle: MVO 2023/1230 Art. 2 Abs. 3

  • Die Änderung führt zu einem neuen Risiko oder erhöht ein bestehendes Risiko
  • Ein Sicherheitsziel der ursprünglichen Konformitätsbewertung wird berührt
  • Die ursprüngliche Risikobeurteilung ist nicht mehr gültig
  • KI-Komponente mit Sicherheitsfunktion: jede wesentliche Änderung am Modell oder Trainingsdatensatz

Das OTA-Update, das alles ändert

Ein OEM liefert 3.000 Maschinen in 12 EU-Länder aus. Mit dem nächsten Software-Update wird eine ML-basierte Sicherheitsüberwachung optimiert. Das Update verbessert die Erkennungsrate um 8 %.

Das Update berührt eine Sicherheitsfunktion → wesentliche Änderung nach Art. 2 Abs. 3 MVO 2023/1230 → neues Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich.

Ohne vorherige Einplanung: Das Update darf nicht ausgerollt werden, bevor die CE-Neubewertung abgeschlossen ist.

Bei 3.000 installierten Maschinen mit derselben Software: Alle betroffen.

KI in Sicherheitsfunktionen: Betroffene Anwendungsfälle

Quelle: MVO 2023/1230 Anhang I (Grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen)

Adaptive Sicherheitsabschaltung auf Basis von ML-Anomalieerkennung

Kollisionserkennung in autonomer Robotik (Chemie-, Pharmaanlagen)

KI-gestützte Drucküberprüfung und Ventilsteuerung in Prozessanlagen

Predictive Maintenance mit Eingriff in Sicherheitskreise

Vision-Systeme für Gefahrenbereicherkennung

Technische Normen als Bewertungsgrundlage

NormInhaltMVO-Relevanz
EN ISO 13849-1:2023Funktionale Sicherheit Maschinensteuerungen — Performance Level PL a–eRisikobeurteilung Sicherheitsfunktionen; KI in PLr-relevanten Funktionen
IEC 62061:2021Funktionale Sicherheit Maschinen — Safety Integrity Level SIL 1–3Alternative zu ISO 13849 für elektrische Sicherheitssysteme
IEC 61508:2010Funktionale Sicherheit E/E/PE-Systeme — Basis-NormBasis für IEC 62061; relevant für adaptive KI in Sicherheitssteuerungen

ISO/IEC 42001:2023

Als KI-Management-System bietet einen strukturierenden Rahmen für die AI-Act-konforme Dokumentation der KI-Sicherheitskomponente — deckt ~70–80 % der EU AI Act-Anforderungen ab, ersetzt aber nicht das Konformitätsbewertungsverfahren.

EU AI Act und CRA

EU AI Act: Wenn die Sicherheitsfunktion KI nutzt

KI in MVO-Sicherheitsfunktionen → automatisch Hochrisiko nach Annex I EU AI Act → 12 Pflichten nach Art. 16 gelten zusätzlich zur MVO.

EU AI Act für Maschinenhersteller →

CRA: Die Firmware-Pflicht

Jede Firmware/Embedded Software im Sicherheitssystem = Produkt mit digitalen Elementen → CRA-Pflichten ab 11.9.2026.

CRA für Embedded Systems →

MVO-Readiness für OEMs

  • Analyse wesentlicher Änderungen bei Software-Updates (Art. 2 Abs. 3 MVO)
  • Konformitätspfad-Analyse für ML-basierte Sicherheitsfunktionen
  • Risikobeurteilungs-Update für KI-erweiterte Maschinen (EN ISO 13849-1)
  • Legacy-Steuerungen auf CRA/MVO-konformen Stand bringen
  • Retrofit statt Neuanschaffung — technische Dokumentation inklusive

MVO-Readiness prüfen

Wir analysieren Wesentliche-Änderung-Risiken bei OTA-Updates, KI-Sicherheitsfunktionen und Ihren Konformitätspfad unter der Maschinenverordnung.

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